Sonntag, 8. Oktober 2017

Golden Rock

Frühs um sechs und mit einem letzten Blick auf die in der Morgensonne glänzenden Riesenpagode Shwedagon ging es guter Hoffnung endlich raus aus der Stadt... fünf Stunden im auf 7 Grad gekühlten und Karaoke dauerbeschallten Bus durch Myanmars feuchtes und mit vielen goldenen Türmchen geschmücktes Flachland Richtung Berge.

Da wegen dem Feiertag viele zentrale Unterkünfte ausgebucht waren (Pilger) musste ich in eine (überraschend schöne) Bungalow-Anlage am Rand des übervölkerten Dorfes ausweichen.

Dann ging es recht abenteuerlich in die Berge: auf einem vollgestopften Truck, auf dem auf der Ladefläche knapp 40 Leute "Platz" fanden, die Straße einspurig und mit abschnittsweise geschätzten 100% Steigung schnaufte sich der 30 Jahre alte Diesel eine dreiviertel Stunde die Serpentinen nach oben, unterbrochen von dem kollektiven Gejauchze wenn wieder eine abenteuerliche Stelle überwunden wurde. Achterbahn fahren auf burmesisch!

Oben auf dem Plateau erwartete uns, den Wolken zum Anfassen nahe, eine grandiose Aussicht auf das umliegende Bergland, auf die sich die Sonne durch den Dunst brach. Auch hier sah ich überall kleine goldene Türmchen aus den Bäumen herausblicken.

Der goldene Felsen ist wirklich eine Attraktion: auf einem Felsvorsprung liegt ein riesengroßer vergoldeter Stein und das verrückte ist, dass es nur einen einzigen Aufliegepunkt gibt (sieht man leider auf den Bildern nicht richtig). Der Sage nach hält ein einzelnes Haar Buddhas den Fels ewig an seiner Stelle. Die Menschen herum beten, machen Räucherstäbchen an, kleben kleine Stückchen Blattgold auf den Stein oder machen Picknick. Und noch ein Naturschauspiel ereignete sich dort: als ich so auf einer Treppe saß flog plötzlich ein Bienenschwarm mit hunderttausend Tieren über uns hinweg um in einem nahe liegenden Baum ein neues Nest zu bauen.. Ich dachte häh was issen jetzt los?!

Von den Eindrücken beseelt ging es wieder hinab ins Tal und abends traf ich mich noch mal mit Amie und Yvon zum kniffeln in einer Straßenbar. Ein Gewitter zog vorüber und der Strom fiel mehrfach aus, so dass wir teils bei Kerzenschein weiter spielten mussten. Ein schöner Tag!

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