Freitag, 27. Oktober 2017

Koh Phayam

Halli Hallo! Die letzten Tage habe ich auf Koh Phayam verbracht, einer weniger bekannten, kleinen Insel.

Da die Saison erst im November richtig los geht waren dreiviertel aller Unterkünfte und Bars geschlossen. Als ich ankam hatte ich mir nen schönen Strand vorgestellt, aber überall lag noch der Müll, der in der Regenzeit angespült wurde und es sah aus wie Kraut und Rüben.

Die letzten Tage wurde überall aufgeräumt und der Müll verbrannt, auch ein, zwei Hippie Bars hatten dann irgendwann auf.

Ich hab witzigerweise ein Pärchen aus Kassel getroffen, die gute Bekannte von Philipp und Charly, meinen Nachbarn, sind. Ansonsten gab's da noch die Meißener die ich dank meiner vielen Auslandsaufenthalte in Sachsen auch verstehen konnte und n lustigen Polen.

Pünktlich zum Sundowner kamen dann alle zusammen und haben die wirklich schönen Sonnenuntergänge genossen. Ansonsten war es das übliche Beach Leben - bissi bodyboarden, bissi mit m Moped über die Insel cruisen, bissi lesen, bissi chillen, bissi essen, Tag rum.

So Mutti, jetzt mal bitte weg hören!

Hab irgendwie Handy und Mopedschlüssel am Lagerfeuer im Sand verloren und am nächsten Tag bei der komischen Besitzerin vom Nachbar Resort abholen können. Oder Besitzer. Naja so Ladyboy intersexuell halt irgendwie. Da war ich natürlich froh, dass ich meinen Kram wieder hatte, musste aber dann immer ihren lasziven Blicken ausweichen. Ach und Nacktbaden waren wir noch, das war aber mit dem Kasseler Pärchen natürlich nicht so spannend wie mit den Mädels am Ngapali Beach. Außer vielleicht für die Sachsen, die haben sich mächtig über das Spektakel gefreut.

Ich hab lange überlegt was ich die letzte Woche noch machen soll... tauchen... Kiten... Nix... und hab jetzt ein bisschen spontan nen Flug nach Hanoi gebucht, wo ich die Franzosen vom Treck wiedersehe, das Mädel hat übermorgen Geburtstag und die waren echt so nett, dass ich mich freue die wieder zu sehen!

Die nächste Nachricht kommt dann also aus Vietnam, bis dann ihr lieben!

Samstag, 21. Oktober 2017

Gestrandet

Die letzten vier Tage habe ich an Myanmars schönstem (erschlossenen) Strand Ngapali verbracht. Ein mehrere Kilometer langer feiner weißer Sandstrand erstreckt sich hier am Golf von Bengalen, gesäumt von Kokosnuss Palmen und in der Nebensaison fast menschenleer. Ab und zu kommt eine Obstverkäuferin und bringt Mangos oder Kokosnüsse. Die Resorts liegen versteckt zwischen den Palmen. Es ist ein kleines Paradies!

Myanmar hat wohl noch hunderte schönere Strände, aber mangels Infrastruktur kommen die meisten Standbesucher dann doch hierher, da es hier einen kleinen Flugplatz gibt. Nach zwei zehnstündigen Nachtbus Fahrten hab ich mir das Abenteuer eines burmesischen Inlandflugs (mit Propellermaschinen und nem gut gemeinten Sicherheitscheck) dann auch mal gegönnt.

Das Preisniveau für Unterkünfte ist eigentlich sehr hoch, weshalb viele junge Traveller nen Bogen um Ngapali machen. Es ist leider so ein bisschen chicci hier. Ich hatte richtiges Glück, denn Kathi und Vroni, die wir in Bangkok kennengelernt hatten und mir seitdem immer 2-3 Tage voraus waren, habe ich hier eingeholt und wir haben in einem einfachen Resort eines redseligen deutschen für unschlagbare 8 Euro pro Nacht die Ngapali Beach WG gegründet. Zu so nem WG Leben gehört natürlich auch den ganzen Tag (am Strand) rumhängen, Obst essen, chillen und bis spät in die Nacht Alkoholvorräte zu vernichten. Statt zu kochen haben wir uns dann aber lieber auf die Kochkünste von der Oma aus dem Sunset View Restaurant verlassen und übertrieben lecker und billig Fisch und Gemüse geschlemmt. Ein Traum!

Ja das war schon eine herrlich witzige und entspannte Zeit und der Abschied viel mir schwer, hab die zwei schnell in mein Herz geschlossen.

Nun bin ich auf Zwischenstopp in Bangkok bevor es weiter Richtung Andamanen See geht. Bangkok ist derzeit so halb außer Betrieb denn Bhumiphol wird kommende Woche eingeäschert - der König ist Tod, es lebe der König! Dafür hab ich zufällig noch ein nettes verstecktes Hippie-Rasta Guesthouse außerhalb des Backpacker-Molochs entdeckt. Jetzt geht es erstmal zum Nachtbus (once again!).

Montag, 16. Oktober 2017

Pagoda Valley Bagan

Das kulturelle Highlight und must-see einer Reise nach Myanmar ist die Savannen ähnliche Bagan-Ebene mit seinen sandigen Böden, den Akazien- und Niembäumen, den Palmen und vor allem den über 4000 Pagoden, die weit über die Landschaft verstreut sind.

Die Könige des ersten birmanischen Königreichs haben sich hier hier mit prachtvollen Tempeln und Stupas verewigt. Den Reiz dieser Landschaft machen aber die unzähligen kleinen Tempelchen aus, deren verzierte Zipfel aus den Baumkronen heraus ragen.

Besonders schön ist die Landschaft bei Sonnenauf- und untergang, wenn die Pagoden im orange-goldenen Licht der tiefstehenden Sonne erstrahlen oder im Gegenlicht silhouettenhaft hervortreten.

Mit einem E-Scooter (für 3€/Tag) fuhr ich also direkt nach meiner Ankunft um 5 Uhr morgens auf eine der großen Pagoden um mich mit Johnny und Gustav vom Inle Treck zu treffen und einen ersten, atemberaubenden Eindruck der ins Licht der aufgehenen Sonne getauchten Szenerie zu bekommen.

Untergekommen bin ich im Ostellobello, einem Backpacker Hostel und ein Highlight für sich - neben ordentlichen Zimmern bot es tolle Tagestouren, birmanische Zigarren for free, eine rooftop terrace, Abendprogramm und vor allem einen sozialen Treffpunkt für all die Traveller, die hier meist den längsten Teil ihrer Myanmar Reise verbringen. Ich habe dort alte Weggefährten getroffen und nette neue Leute kennengelernt.

Die Aufgabe der nächsten Tage bestand nun also darin, DEN sunrise/sunset spot zu finden. Dabei wandelte sich jeder Reisende zum Entdecker und ich erkundete unzählige 1000-jährige Tempel, fand geheime Aufgänge und Fledermaus bewohnte Gänge, blieb mal im sandigen Boden stecken oder wurde fast von umherziehenden Kuhherden überrannt. Ich meine ja, den besten Spot ever gefunden zu haben, aber da das einfach jeder behauptet, muss ich meine Meinung dazu diesbezüglich wohl relativieren... Wahrscheinlich ist einfach alles schön! :)

Das Klima ist deutlich wärmer und ich hatte endlich mal drei Tage komplett ohne Regen! Wow! Da es mittags manchmal sogar zu heiß und zu anstrengend war, um Indiana Jones zu spielen, habe ich an einem Tag eine Tagestour zum Mt. Popa gemacht, einem steilen Berg im Umland, auf dessen Spitze ein goldenes Heiligtum trohnt und der von sanften Mönchen und gierigen Makaken bewacht wird.

Alles in allem hat mich Bagan sehr beeindruckt und ich hoffe, dass diese einmalige Landschaft mit seinen sagenhaftenTempeln trotz des künftigem Touristenansturms noch eine Zeit erhalten bleibt.

Samstag, 14. Oktober 2017

Haus am See

Meine lieben, zunächst einmal muss ich sagen, dass ich euch allen guten Vibrations senden möchte! Das Land ist so toll und ich habe so eine gute Zeit und ich freue mich, dass der eine oder die andere daran teilhaben!

Der Inle See ist ein etwa 7 x 20 km langes, ganz flaches Gewässer. Nur in der Mitte ist offene Wasserfläche, die weiten Uferbereiche sind von Wasserlilien und schwimmenden Gärten überwuchert. Die Bauern bauen hier Gemüse wie Tomaten und Kürbisse direkt auf dem Wasser an, die auf Bambus-Konstruktionen gedeihen und mit Booten geerntet werden oder sie fischen waghalsig von ihren Langbooten aus. Sie wohnen im Wasser auf Stelzenhäusern, die zum Teil über Holzbrücken verbunden sind. Statt Straßen und Autos gibt es Kanäle und Kanus. Hier wird Wäsche gewaschen, gekocht und auch die Post kommt per Boot. Sogar die Tempel sind auf dem Wasser gebaut und die Mönche fahren Boot.

Ich habe eine schöne, dreistündige Bootstour gemacht und mir alles angeschaut. Während es an den Berghängen ringsherum regnete war auf dem See bestes Bootsfahrwetter. Herrlicher Ausflug! Zurück in Nyangshwe habe ich mir mit dem französischen Pärchen vom Treck eine Aromamassage (12€/h) gegönnt, während es draußen anfing wie verrückt zu schütten. Anschließend gab es frischen Fisch aus dem See zum Mittag. Am Abend haben wir dann noch eine kleine Wein Verköstigung auf einem Weingut am Berghang gemacht, bevor es per Nachtbus weiter zum Bagan ging. So langsam fängt alles an sich zu entschleunigen.

Noch eine Sache möchte ich loswerden: bei den vielen abendlichen Gesprächen mit den anderen Europäern und Asiaten muss ich feststellen, dass es uns in Deutschland in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens doch eigentlich ganz schön gut geht, auch wenn wir oft darüber meckern. Seien es Persönlichkeitsrechte, Mietrecht, Kinderbetreuung, Arbeitsrecht und vieles mehr. Und die Deutschen sind leider because of language lazyness mit schlechtem Englisch gesegnet, that's really a pitty!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Trekking

Die letzten vier Tage war ich auf Trekking Tour und hab zum ersten Mal die Landbevölkerung sehen können.

In Kalaw bin ich zu einem mini Kloster auf einem Berg gewandert. Ich war komplett allein, keine Menschenseele weit und breit, was sehr schön war, nur zwei Bauern die Gemüse geerntet haben. Oben warteten ein paar kleine goldene Schreine und die Aussicht auf Kalaw, aber dort schlug auch das Wetter mal wieder um und ich war nach kurzem in Dunst und Wolken eingehüllt. Sieht schon spektakulär aus wenn in die eine Himmelsrichtung das Land vor einem liegt und die Berge und Täler von der Sonne beschienen werden und in die andere nur dichter grauer Nebel zu sehen ist. Auf dem Rückweg fing's dann richtig an zu schütten und ich musste ne halbe Stunde unter meinem Rossmann Regenschirm ausharren. Dafür gab es einen schönen Regenbogen zu sehen.

Am nächsten Morgen ging es dann mit 7 anderen Travellern auf drei Tages Wanderung durch die Bergdörfer zum Inle See. Die Dörfer werden von verschiedenen Stämmen bewohnt und sind teils noch total ursprünglich. Die Menschen leben vom Tee, Reis, Ingwer und Chili Anbau und da unser Führer aus einem der Dörfer stammte wurden wir hier und da zum Tee eingeladen. Die Stimmung in der Gruppe war durchweg mega gut und lustig. Die Nacht haben wir bei der Familie von unserem Guide genächtigt. Die Mutter hatte gekocht und das war meeeeegaaaaaa lecker (alles übrigens immer vegetarisch). Danach hatten wir noch einen interkulturellen Musik Austausch, die Nachbarn haben mit komischen Instrumenten Musik gemacht und sind dann weiter von Haus zu Haus gezogen, während wir mir der Gitarre begleitet zu burmesischer und westlicher Musik gesungen haben (Ich habe 99 Luftballons gespielt weil das das einzige ist wo ich Riffs und Text auswendig kann hihihi).

Der nächste Tag war körperlich total anstrengend, der nächtliche Regen hatte die gesamte Strecke in eine Schlamm Piste verwandelt und wir kämpften uns durch Riesenpfützen aus Matsch. Außerdem gab es überall Mini-Blutegel, die wir alle paar hundert Meter von Beinen und Hosen klopften mussten bevor sie sich fest saugten. Den Dänen hat es drei Mal erwischt, ich war zum Glück schnell genug. Als es dann wieder richtig zu schütten begann mussten wir über rutschige Felsen was eher gefährlich als abenteuerlich war und kurz nachdem wir ein Flussbett durchquert hatten wurde dieses von einer Schlamm-Lawine überrollt. Der Tag hat uns alle zusammen geschweißt und der Abend bei prasselndem Regen und Gitarren Musik bei Kerzenschein und Bier war super schön!

Aufgrund der schlechten Zustände haben wir die letzte Tages Etappe im Pick Up zurückgelegt und kamen dann am Inle See an, von dem ich morgen berichte.